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MEDIA BIZ März 2019

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nachruf menschen zurück

nachruf menschen zurück zum Inhalt Einer der Letzten seiner Art Anfang Jänner hielt die österreichische Filmwelt ein wenig den Atem an und konnte und wollte es nicht glauben: Martin Stingl, Vorstandsmitglied des aac, einer der profiliertesten Kameramänner unseres Landes, starb durch einen Herzinfarkt. Ein Versuch der kollektiven Erinnerung von Wolfgang Ritzberger. Fotos: Stephan Mussil Natürlich ist es zu früh, wenn’s jemand erwischt, der den 60er knapp, aber eben noch nicht erreicht hat, natürlich ist es zu früh, weil er noch viel vorgehabt hätte, und es ist immer zu früh, weil man immer erst nachher draufkommt, was man selbst versäumt hat. Hätte ich das gewusst, dass ich den Martin danach nie mehr sehen würde, hätte ich bei der Weihnachtsfeier des ÖFI … ja eh, hätten wir alle, die ihn gekannt, geschätzt, geliebt, gemocht, geachtet haben und ihn jetzt vermissen. Martin Stingl war in mehrfacher Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung. Er war gelernter Dreher, hat keine Filmakademie, Hochschule oder HTL besucht, er hat sich, wie man so schön sagt, von der Pike auf hochgearbeitet. Wir sind einander in den legendären Ateliers der CP-Film in der Johnstraße das erste Mal begegnet. Er war damals Oberbeleuchter, ich Mikroassistent – Martin brachte es später so auf den Punkt: Wir haben beide mit dem Besen in der Hand im Atelier angefangen. Stimmt. Genau so kann man das sehen. Mich hat er sehr beeindruckt, weil er sich einen Beleuchter zur Brust genommen hatte, der der Arbeit elegant aus dem Weg zu gehen im Stande war und von dem am Set erzählt wurde, das sei der Neffe von einem der Chefs der Produktionsfirma. Martin war das schnurzegal. Die anderen hatten es gar nicht so mitbekommen, aber der Ton hört bekanntlich alles, als er dem jungen Herrn klar machte, dass er entweder „anzaahn“ oder sich vom Acker machen könne. Der junge Mann ist übrigens nachher getschurtelt wie ein Brummkreisel, wahrscheinlich war der Onkel auch eher nicht amused. Stephan Mussil, Vorstandskollege im aac, schreibt über Martin: „Seine Lehre habe ihm am Kurbelkopf sehr geholfen, seine Pan and Tilts durchzuführen, wie er mir erzählte. Das eröffnete ihm die Möglichkeit, bei einigen großen amerikanischen Filmen zu schwenken (zum Beispiel „Eye of the Widow“). Kaum dreißig Jahre alt, wurde er von Peter Patzak in dessen Team geholt. Eine jahrelange Zusammenarbeit fand seinen Beginn. Neben unseren privaten Kontakten haben wir auch einige filmische Projekte gemeinsam durchgeführt. Martin als DoP und ich „Second Unit“ oder zweite Kamera - „Tödlicher Umweg“ oder einige Folgen „Soko Kitz“. Ich bewunderte immer seine Ruhe. Es konnten noch so viele Dinge passieren, er blieb immer cool. Dazu noch die Kreativität und sein technisches Know-how – eine Kombination, die ihn als Kameramann so begehrt machte.“ Stichwort „Soko Kitz“. Um die Qualität von Martin zu beschreiben, ist vielleicht diese Episode typisch. Eines Abends, als ich noch Zeit fand, im TV zu zappen, landete ich bei einer Einstellung von einem Gebirgsbach oder eher schon einem Fluss, in dem sich Rafting-Sportler tummelten – gestaltet als Kamerafahrt mit dem Kran und zwar so meisterhaft, dass ich mich schon wunderte, um diese Sendezeit einen Hollywood-Blockbuster im ORF serviert zu bekommen. Die folgenden Inserts belehrten mich: Soko Kitz. Kamera: Martin Stingl. Dem ist nichts hinzuzufügen. Stephan Mussil schreibt weiter: „Ich habe ihn eigentlich fast nie sauer erlebt, immer gut aufgelegt. Aber vielleicht war das auch ein wenig eine Mauer – eine Mauer, Menschen nicht zu nahe an ihn ranzulassen. Ich wusste von seinen gesundheitlichen Problemen nichts, vielleicht wollte er es auch nicht – es hätte wohl sein Bedürfnis, immer Sunny Boy zu sein, gestört.“ Auf der Seite des aac findet sich folgender Eintrag: „Martin mutierte schließlich zu einem Meister unserer Zunft. Der Goldene Kader für die faszinierende Kinematographie der Leo Perutz-Verfilmung von „St. Petri Schnee“ 1991 galt einer Bildsprache, die das Oszillieren dieses Stoffes zwischen Traum und Wirklichkeit in unglaublich einprägsamen Kameraeinstellungen visualisierte.“ Ich selbst kann mich noch an die Dreharbeiten erinnern. Ich war als TV-Redakteur für einen Bericht zum Drehort gekommen, und alle waren erstaunt, wie sehr sich Martin und ich mich über das Wiedersehen freuten. Es war ein weiter Weg vom „Besen“ im Atelier in der Johnstraße zum Set von „St. Petri Schnee“. Und noch ein gutes Stück beschwerlicher, bis er mir zum Erfolg als Produzent von „Die beste aller Welten“ gratulierte. Alle Versuche, mit ihm ein Projekt zu realisieren, scheiterten an der Finanzierung. Leider. Oder, wie auf der aac-Seite zu lesen ist: „Zu denken gibt mir aber auch, wie die Brutalität und Gnadenlosigkeit dieser Branche am Beispiel von Martins Karriereverlauf deutlich wird. Wie schnell es sich ändert, und man ist plötzlich nicht mehr so gefragt, bekommt weniger Aufträge, etc. Was zählt eigentlich letztendlich wirklich im Leben …“ Zu seinem Begräbnis in Gutenstein in Niederösterreich konnte ich dann nicht fahren, ein Hearing vor der Auswahlkommission des ÖFI war genau zu dieser Stunde angesetzt. Dass es letztlich vergeblich war, schmerzt dann doch. Und dass die Akademie des Österreichischen Filmes, trotz mehrfachen Hinweises aus den Reihen des aac, ihr Versprechen, seiner bei der Verleihung des Kamerapreises kurz zu gedenken, nicht in die Tat umsetzte. Wäre interessant zu wissen, ob der junge Kollege, der sich zu Recht über den Filmpreis für die beste Kamera freuen durfte, mit dem Namen Martin Stingl etwas anzufangen gewusst hätte. Aber, unterm Strich ist es, leider, auch schon egal. MEDIA BIZ

zurück zum Inhalt Die beachtliche Zahl an 225 Erstaustellern mischte sich unter gesamt 1.301 Aussteller, die mit ihren Lösungen laut Veranstalter 81.268 Besucher anlockten, von denen 32 Prozent erstmals die ISE besuchten. Erneut Rekordzahlen, mit einer Spitze mit 20.000 Besuchern allein am Messefreitag. Ein weiterer Wert, den sich viele Messeveranstalter nur wünschen können, sind die kolportierten Ausstellerbuchungen für die jeweils kommende Ausgabe der ISE. Für 2020 – so der Veranstalter - wurden bis zum letzten Tag der Messe bereits 92 Prozent der verfügbaren Fläche verkauft. Wie man neue Technologien kreativ und massentauglich einsetzen kann, wurde zudem dieses Jahr auch wieder außerhalb des RAI großflächig demonstriert. Einen Tag nachdem Master-Projection-Designer Bart Kresa (https://academy.bartkresa.com) die Eröffnungsrede zur ISE19 gehalten hatte, feierte seine aktuelle Projection-Mapping-Installation Sviatovid, eine fünf Meter hohe Skulptur, die, begleitet von einem fulminanten Soundtrack, mit vier Panasonic PT-RQ32 4k-Laserprojektoren projiziert wurde, Weltpremiere. Sviatovid ist im Centre for the Meeting of Cultures in Lublin zu sehen. Die selbst schon sehr auffällige Fassade des neuen 25-stöckigen nhow-Hotels fungierte an den Messetagen werbewirksam täglich als Projektionsfläche für dafür von Tenfeet produzierte, wechselnde Inhalte. Für die Projektion setzte die Lang AG, gemeinsam mit Pro- Display verantwortlich für die technische Planung und Umsetzung, 14 Panasonic PT-RZ31K Projektoren und zwei Hippotizer Boreal+ Media Server von Green Hippo ein. 2020 wird die ISE ein letztes Mal im RAI Amsterdam stattfinden, vom 11. bis 14. Februar. 2021 wird die Show bekanntlich nach Barcelona verlegt. AJA demonstrierte unter anderem den seit Dezember verfügbaren MÄRZ 2019 Mehr Reichweite KUMO 1616-12G, der im 1 HE- Format mit seinen 16 12G-SDI- Eingängen und 16 12G-SDI-Ausgängen die Übertragung von 4K/UltraHD über nur ein Kabel ermöglicht. Der Router unterstützt HDR, hohe Farbtiefe und Auflösungen bis zu 8K. Zudem bietet er einen USB-Port zur Konfiguration von IP-Adressen mittels AJAs eMini-Setup-Software und verfügt über einen integrierten Webserver. Der neue HA5-12G, das jüngste Mitglied von AJAs bewährten HA5-4K Mini-Convertern, wandelt HDMI 2.0 auf zwei 12G-SDI Single-Link-Ausgänge und reduziert ebenfalls Kabelwege dank der beiden 12G-SDI Ausgänge für die Übertragung von 4K/ UltraHD über SDI. Der HA5-12G unterstützt bis zu acht Audiokanäle von der HDMI-Quelle aus oder liefert diese Unterstützung auch über zweikanalige analoge Audioeingänge (RCA) mit acht oder zwei Kanälen digitalem Embedded-Audioausgang auf 12G-SDI. www.aja.com Beckhoff zeigte unter anderem, wie mittels Open Sound Control (OSC) MIDI-Anwendungen über TCP/ IP mit Ethernet kommunizieren können. Basis der MIDI-Integration in die Beckhoff-Steuerung ist das TwinCAT-TCP/IP-Servermodul TF6310, das die Implementierung eines oder mehrerer TCP/IP-Server oder -Clients erlaubt. Mit der Spracherkennungssoftware TwinCAT Speech kann die Steuerung jetzt auch Sprachsignale verarbeiten. Durch die Implementierung des MIDI-Standards über das Softwaremodul TwinCAT TCP/IP in die Steuerung eröffnen sich neue Anwendungsfelder im Entertainmentbereich. Die EtherCAT-Klemme EL2596 ermöglicht die hochpräzise Ansteuerung von LEDs. Die Ultra-Compact-Industrie- PC-Serie wurde mit dem C6032, der im Vergleich zum C6030 zusätzliche Schnittstellen und Funktionen bietet, ergänzt. www.beckhoff.at DSPECIALISTS stellte mit HARVEY AMP eine neue Variante seiner Audio- und Mediensteuerungsmatrix vor, die über eine 4/8/16-kanalige Class-D-Verstärkereinheit verfügt und bis zu 16 passive Lautsprecher mit in Summe 80 Watt (RMS) direkt antreiben kann. Konzipiert wurde das Geräte im kompakten 1-HE-Gehäuse speziell für Multiroom-Projekte, Mehrkanal-Audioinstallationen und Konferenzräume. Ebenfalls neu ist die Konfigurations-Software HYPERMA- TRIX, mit der mehrere HARVEY- Geräte so konfiguriert werden können, dass sie wie ein einziges Gerät gehandhabt werden können. Dabei können mehrere HARVEYs zentral in einem 19-Zoll-Schrank installiert oder auch über eine große Fläche verteilt sein - HYPERMATRIX sorgt für die einfache Konfiguration und die korrekte Kontrolle der Latenz auf allen Kanälen. Die HARVEY Remote RC4 wurde ebenfalls in weiteren Ausführungen präsentiert. Neben der Kunststoffvariante für 60 mm- Unterputzdosen ist nun auch das Pendant für amerikanische Schalterprogramme mit edler Metalloberfläche erhältlich. Die IP-basierte Fernbedienung RC4 ist frei programmierbar und ermöglicht es, Presets aufzurufen oder Pegel einzustellen. www.dspecialists.de MEDIA BIZ integrated messe systems europe Die Veranstalter der ISE (Integrated Systems Europe) fangen alljährlich Trends der AV-Industrie ein und bilden mit einem umfassenden Rahmenprogramm immer mehr Bereiche ab. Ein erster Nachbericht von Gabrielle Schultz und Sylvia Bergmayer. Mockup der Projection-Mapping- Installation Sviatovid Foto: DSPECIALISTS Foto: Thomas Krackl DSPECIALISTS präsentierte mit HARVEY AMP eine neue Variante der flexibel zur Steuerung von sowohl Audio als auch von Mediengeräten und Licht einsetzbaren und einfach konfigurierbaren Mediensteuerungsmatrix. Get in touch. www.tv-connect.at

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