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MEDIA BIZ JUNI (Sommer) 2018

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MEDIA BIZ Juni / Sommer: Eurovision Song Contest – ein Blick hinter die Kulissen • NAB Las Vegas • Prolight + Sound und Musikmesse Frankfurt • Dampfradio • Vidaflex • World Media Festival • Indoor-Drohnen • Internationale Wirtschaftsfilmtage • Musikszene • ... Die nächste Ausgabe von MEDIA BIZ erscheint am 31. August 2018 mit einer Vorschau auf die IBC in Amsterdam und auf die cinec in München, aktuellen Entwicklungen im Bereich Kameratechnik, Virtual und Augmented Reality, Beleuchtungs- und Beschallungstechnik, Storytelling, Datensicherung und -speicherung, Aus- und Einblicken vor und hinter die Kulissen beeindruckender Events, auf Produktionen und Projekte Made in Austria, dazu Testberichte, Interviews und mehr ... Redaktionsschluss: 13. August 2018 https://www.mediabiz.at/mediadaten/termine.htm Save the date: Photo+Adventure + Film+Video Wien 2018: 24. + 25. November, Messe Wien, Halle B + Messe Congress - eine Kooperation zwischen Photo+Adventure und MEDIA BIZ: Branchentreff für Film+Video 2018 in Wien https://www.mediabiz.at/news/pa.htm Ausstellerinformationen anfordern: messe@mediabiz.at MEDIA BIZ Branchenführer: https://www.mediabiz.at/branchenfuehrer/branchenfuehrer.htm MEDIA BIZ Newsletter: http://www.mediabiz.at/daten/newsletter.htm MEDIA BIZ JAHRESABONNEMENT (acht Ausgaben pro Jahr): Print: Euro 37 Österreich / Euro 48 Europa (EU) Print + Digital (ab Herbst 2018): Euro 44 Österreich / Euro 53 Europa (EU) Digital (ab Herbst 2018): Euro 37 (inkl. MWSt. und Versandkosten) abo@mediabiz.at Datenschutz: https://www.mediabiz.at/ds.htm

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kommentar mneschen zurück zum Inhalt Foto: Chris Hollo Seniorenclub trifft Musikantenstadel „The Circle“ - auf der Bühne Devon Dawson The „Grand Ole Opry“ ist die älteste Radiosendung der Welt, gilt bis heute als das Hochamt der Countrymusik und wird weltweit gehört. Wolfgang Ritzberger war in Nashville, das seinen Ruf als Welthauptstadt der Countrymusik auch dieser Radiosendung verdankt, live dabei. Foto: Wolfgang Ritzberger Wetten, dass jeder von uns bei der Quizfrage, was der wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt Nashville sei, Countrymusik ankreuzen würde. Was dem Grunde nach nicht ganz falsch zu sein scheint, immerhin setzt die Musikindustrie in Nashville laut offizieller Statistik mehr als sechs Milliarden Dollar um. Die wichtigsten Plattenlabels haben hier ihren Sitz, und auch der weltberühmte Gitarrenhersteller Gibson, derzeit unter Chapter 11, also in einem Insolvenzverfahren mit geplanter Umstrukturierung, ist hier zu Hause. Die Antwort ist dennoch falsch, denn die Gesundheitsindustrie, also etwa die Betreiber von Krankenhäusern, geben hier den Ton an. Leiser zwar als die Musiker, was in der Natur der Sache zu liegen scheint, aber wirtschaftlich um vieles gewichtiger: Jahresumsatz knapp 20 Milliarden und rund 100.000 Beschäftigte im Vergleich zu etwa 20.000 Menschen, die von der Musikindustrie leben. Aber davon hört man nur von Taxifahrern oder bei der Tour mit dem Hopon-and-off Bus quer durch die Stadt. Das Bild ist geprägt von Musik und Party den ganzen Tag lang. Von Gesundheitsindustrie bemerkt man „downtown“ eigentlich nichts, Countrymusik Bands sind allgegenwärtig. Das geschieht in einer Dichte, die sonst nur in New Orleans erlebt werden kann, so gut wie aus jedem Wirtshaus tönt Live-Musik, fast jedes Wirtshaus wirbt mit The Ghost Riders seinem „Schanigarten“ auf dem Dach, was dazu führt, dass sozusagen auf jeder Ebene was los ist (sogar im Keller, wie die aus dem gleichnamigen Film berühmte Coyote Ugly Bar, mit auf dem Tresen tanzenden Kellnerinnen). Und so wie die Franzosen mit dem Baguette unterm Arm durch die Stadt wandern, hat hier jeder Zweite einen Gitarrenkoffer dabei. Party und Wanderprediger Auf den Straßen prägen Party- Fahrzeuge in allen Varianten den Verkehr, zumindest den öffentlich sichtbaren, auf alles Weitere kann nur geschlossen werden, was aber angesichts der durch Alkohol ziemlich sehr lustig wirkenden Gäste dieser Fahrzeuge, bei denen der Transport als Zweck des Unternehmens eindeutig in den Hintergrund gerät, nicht so schwer ist. Vorausgesetzt sie finden irgendwann einmal zueinander, denn die meisten Traktoranhänger, Pritschenplattformen und LKW- Ladeflächen sind nicht koedukativ besetzt. Die Kundschaft derartiger Unterfangen speist sich nicht zuletzt aus den zigtausenden Studenten, die hier auf der Jagd nach einem Degree sind, vor allem an der Vanderbilt Uni, die zu den Elite-Universitäten der USA zählt und an der alleine mehr als 11.000 Studenten eingeschrieben sind. Übrigens, wo Party ist, erzählt uns die Moderatorin der Begrüßungs-Multimediashow im Ryman Theater, gibt es auch das: Schnitt zu einem Gottesdienst (sehr geschickt mit mehreren Projektoren als Schattenspiel gestaltet). Stimmt, auch auf der Straße, inmitten des Trubels und der flächendeckend MEDIA BIZ

zurück zum Inhalt scheinenden Party stehen locker verteilt Prediger, die versuchen, die vorbeieilenden Menschen aus dem Fegefeuer, in dem sie sich sichtlich befinden, zu befreien. Eine Truppe sah besonders verwegen aus, ein bisserl so, als ob sie mangels Betätigungsfeld als Straßengang in Harlem hierher übersiedelt sind und ins Fach Wanderprediger gewechselt haben. Komplett mit Bühne, Transparenten und grimmig dreinschauendem Personal. The Grand Ole Opry Den Ruf als Mekka der Countrymusik hat hier in Nashville die älteste Radiosendung der Welt begründet, ohne die wir heute Nashville anders sehen würden. „The Grand Ole Opry“ startete 1927, noch unter anderem Namen, mit dem Sender WSM - AM 650 khz, also auf Mittelwelle. Damals, Ende der 20er, noch mit eher bescheidener Reichweite: das bisserl Tennessee rund um Nashville, aber bald schon wurde der Sender verstärkt und vor allem Ende der 30er Jahre übernahm NBC ihr Programm. Damit war „The Grand Ole Opry“ überall in den Staaten zu hören und wurde zu einem Teil der Radiogeschichte der USA (Soundfiles von den Anfängen finden sich etwa in der Bibliothek des Kongresses) und der Country Musik. Heute sendet „America’s Country Music Station“ immer noch auf Mittelwelle und nach wie vor mit einem Sendemast. Das Signal der Sendung wird mittlerweile nicht nur von anderen Stationen übernommen, sondern auch über den eigenen TV-Sender und über alle nur denkbaren Kanäle des Internets übertragen. Die Sendung wird damit weltweit ausgestrahlt, über Zuhörerzahlen hält man sich generell bedeckt. Die diversen Auftritte im Internet weisen mittlerweile in die Hunderttausende gehende „Likes“, „Followers“, etc. auf. Einen großen Teil des Charmes macht aber die Show aus, die hier jeden Freitag und Samstag vor etwa 4500 zahlenden Besuchern über die Bühne geht, so gut wie ausverkauft ist und heute eine nicht unbeträchtlichen Teil der Einnahmen ausmacht. Mother Curch of Country Music In dem Gebäude, in dem die Show über die Bühne geht, findet sie seit 1974 statt, als das Rymond Theater im Stadtzentrum zu alt und baufällig geworden war und es so ausgesehen hatte, als ob die ehemalige Kirche, die folgerichtig als „Mother Curch of Country Music‘“ bezeichnet wurde (und wird), keiner mehr renovieren wollte. Ole Opry war mittlerweile eine eigene Firma geworden, wer hier auftreten wollte - und alle Musiker träumten davon, ja selbst Jimi Hendrix wollte als Bub immer in dieser Sendung auftreten - konnte als Gast kommen oder als Mitglied. Letzteres hieß aber Beiträge zahlen, mehr als die schmalen Honorare ausmachten. Aber mitmachen zahlte sich auf alle Fälle aus, denn wer hier zu Gast war, dessen Plattenumsätze stiegen mehr als merklich an, in jenen Tagen, wo Plattenverkäufe noch das Maß aller Dinge waren. Ein gewisser Elvis Presley war hier 1954 zu Gast, noch im Rymond, als erster Vorbote einer neuen Musik, die bisher hier verpönt war. Jahrzehntelang galt die Regel: keine elektrisch verstärkten Instrumente, kein Schlagzeug, unplugged, ehrliche und fast schon ein bisserl puristische amerikanische Volksmusik, soger gejodelt wird bis heute. Die Verantwortlichen der Radiosendung beschlossen ein eigenes Theater zu bauen, ein wenig außerhalb von Nashville Downtown, rundherum entstand ein Vergnügungspark, so eine Art Prater, der aber einem „Leasure Time Center“, also einem Mix aus Kino, Vergnügungsbereich (eine unvorstellbar große Spielhalle und eine Bowlingbahn), Einkaufsmöglichkeit und Restaurants, einem Tagungscenter und einem der größten Hotelkomplexe der USA weichen musste. Im Zentrum die Konzerthalle für mehr als 4500 Besucher, „The Grand Ole Opry“. Bis zu 100 Dollar (plus Steuern) werden für die Tickets bezahlt, dafür bekommt man zwei Stunden lang das gute alte Dampfradio live serviert. Mit allem, wofür wir das Radio geliebt haben, lange bevor sich Theoretiker darüber Gedanken machten, wieviel Wortanteil Kirchenmusik Die Bezeichnung „Mothercurch of Country Music“ für das legendäre Ryman Auditorium in Nashville ist der Vergangenheit des Hauses geschuldet. Denn begonnen hat das heutige Ryman Auditorium als Kirche. 1855, der amerikanische Bürgerkrieg, knapp 20 Jahre vorbei, saß dem Süden noch in den Knochen, auch Tennessee, das 1961 den Konföderierten Staaten von Amerika, also den Sezessionisten, beitrat. Kapitän Thomas Green Ryman, Besitzer einer stattlichen Flotte von Nashville Steamboats, war am 10. Mai 1855 unterwegs, um an einem der legendären Gottesdienste von Reverend Jones teilzunehmen. Rymann war knapp 30, hatte den Bürgerkrieg als Bub erlebt. Er galt als Selfmademan, als erfolgreicher Unternehmer und in seinen Lokalen und auf seinen Dampfern ging es hoch her: Glückspiel, Alkohol - also Party. Und wo Party ist, wird auch dagegen gewettert und genau das wollte er sich jetzt mal ansehen. Reverend Jones hielt seine Gottesdienste, in dessen Zentrum seine gewaltigen Predigen standen, in einem Zelt, das nicht groß genug war, um die tausenden von Zuhörern aufzunehmen. Thomas Ryman kam neugierig am 10. Mai 1855 zum Gottesdienst und ging als gläubiger Mensch wieder nach Hause. Sieben Jahre später wurde der Union Gospel Tabernacel eröffnet, genau an dem Platz, wo das Zelt stand, finanziert von Ryman und zahlreichen Spendern. Set-Up für ein Konzert im Rymans menschen kommentar Von Anfang an war das Haus nicht nur für Gottesdienste vorgesehen, sondern auch für Versammlungen aller Art - Konzerte kamen erst später dazu, so gastierte am 6. Dezember 1900 Eduard Strauss mit seinem Vienna Orchestra im Union Gospel Tabernacel in Nashville, das zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Welthauptstadt der Country Music war. 1904 starb Ryman, das Haus hieß jetzt Ryman Auditorium. Die fast 3000 Sitzplätze überstanden Jahrzehnte, und mit der Übersiedlung der „Grand Ole Opry“- Radioshow ins Rymans Anfang der 40er Jahre wurde es langsam zur Mothercurch of Country. Der Bau einer eigenen Konzerthalle für die Radioshow Anfang der 70er schien das Ende für das Rymans zu bedeuten, aber die Musiker selbst betrieben die notwendig gewordene Renovierung. Heute ist das Rymans nicht nur eine Touristenattraktion, sondern auch eine der großen Konzerthallen in Nashville und einmal im Monat auch Ort der „Grand Ole Opry“ Radioshow. Wer das Rymans besucht, kann auch 15 Minuten Zeit im Tonstudio buchen und dort entweder zu einem Playback singen oder sein eigenes Lied aufnehmen und dann mit seinem Song, aufgenommen im Rymans Auditorium in Nashville, nach Hause gehen. Foto: Wolfgang Ritzberger MEDIA BIZ

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