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MEDIA BIZ Dezember2018 #236

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gespräch menschen

gespräch menschen Manfred Neuwirth: „Um persönliche Handschriften zu entwickeln, bedarf es auch spezieller Produktionsbedingungen, die nicht kommerziellen Richtlinien unterliegen. Die Medienwerkstatt stellt dafür (Frei)Raum zur Verfügung.“ Foto: M. Neuwirth bei den Dreharbeiten zu „Snow|Schnee“, loop media Verfügung beziehungsweise haben sich die Ansätze verlagert. Die Bedeutung dieses Projekts wird einem erst bewusst, wenn man die Medienlandschaft der damaligen Zeit berücksichtigt. Mediale Relevanz hatte nur, was im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Gerda Lampalzer: Das ist der wesentliche Punkt, im Rahmen dieses Projektes konnten sich Gruppen äußern, die keine öffentliche Stimme hatten. Und dass damals die Monitore als Fernseher wahrgenommen wurden, hat eine hohe Aufmerksamkeit erzeugt und sicherlich Manfred Neuwirth Geboren 1954 in Wien, Studium der Publizistik, Informatik und Geschichte. Seit 1972 Arbeit mit Film, seit 1976 Arbeit mit Video. Tätig als Regisseur, Kameramann, Produzent, Medienkünstler in den Bereichen Film, Video, Sound, Installation. Gründungsmitglied der Medienwerkstatt Wien, Gastprofessor/ Lektor Kunstuniversität Linz. zur Erzeugung einer Gegenöffentlichkeit beigetragen. 1980 existierten keine Alternativen in Form von Kabelfernsehen oder Privatsendern. Eine Öffentlichkeit für Randgruppen, oppositionelle Meinungen oder Spezialthemen, die heute von einem diversifizierten Sende(r)angebot abgedeckt wird, war nicht existent. Diese Bedingungen, die nicht zuletzt auch die Voraussetzung für die Gründung der ersten Videoinitiativen in Österreich Ende der 70er Jahre - unter anderem auch der Medienwerkstatt - waren, machten den Symbolwert öffentlicher Vorführungen auf Monitoren so bedeutend. Die Zuschauer sahen quasi „im Fernseher“ Beiträge, die inhaltlich wie formal entgegen ihren Sehgewohnheiten funktionierten. Dementsprechend heftig und vielfältig waren auch die Reaktionen vor Ort. Seit den 80er Jahren hat sich die Medienlandschaft tiefgreifend verändert. Neben Privat- und Lokalsendern hat sich das Internet als hoch frequentierter Raum für Kommunikation und Erzeugung von Öffentlichkeit entwickelt. Wie hat sich die Medienwerkstatt in diesem Kontext weiterentwickelt? Gerda Lampalzer: Zu Beginn lag der Fokus eher auf medienpolitischer und gesellschaftskritischer Arbeit, auf der Erzeugung von Gegeninformation. Das hat sich im Laufe der Jahre verändert, weil wir uns zunehmend experimentelleren, dokumentarischen und medienkünstlerischen Projekten geöffnet haben, ohne aber die kritisch-gesellschaftspolitische Grundtendenz der Anfangsjahre aufzugeben. Welche zentralen Aufgaben übernimmt die Medienwerkstatt heute? zurück zum Inhalt Manfred Neuwirth: Wir haben seit Beginn ein Archiv geführt, das nun digitalisiert werden muss, um es für nachfolgende Generationen zu sichern. Die Medienwerkstatt Wien hat mit der Herausgabe der „Video Edition Austria“ seit 1993 ein immer wieder ergänzbares Kompendium österreichischer Medienkunst und -dokumentation angelegt. Bei der langfristigen Sicherung der Bestände arbeiten wir mit verschiedenen Institutionen wie zum Beispiel mit dem Wien Museum oder dem Österreichischem Filmmuseum zusammen. Aber neben der Archivierung und Aufbewahrung agieren wir als Vermittler, Veranstalter und Kuratoren, um Künstlerinnen und Künstlern eine Möglichkeit zu bieten, individuelle Methoden und Handschriften auszuprobieren und zu entwickeln. Die Medienwerkstatt archiviert nichts um des Bewahrens willen, sondern um Inhalte und Formen wieder in den Diskurs einzubringen, um neue Blickwinkel und Verknüpfungen zu ermöglichen. Gerda Lampalzer: In diesem Zusammenhang spielt die Medienwerkstatt als physischer Ort eine wesentliche Rolle. Es geht nicht nur um die Archivierung unserer Geschichte, sondern um die Aufrechterhaltung eines Raumes, in dem Menschen einander begegnen, sich austauschen und etwas in Eigeninitiative entwickeln können. Diesen physischen Raum als selbstbestimmten Ort zu bewahren, ist essentiell. Die Kommunikation hat sich heutzutage doch sehr in virtuelle Räume verlagert. Dennoch erachten sie den physischen Raum als wichtig. Gerda Lampalzer: Die virtuellen Zusammenkünfte sind erst fruchtbar, wenn man einander zuvor begegnet ist. Das gemeinsame Denken – von Angesicht zu Angesicht - ist vollkommen anders. Wenn man sich dann auf ein Konzept geeinigt hat, kann sich die Kommunikation in den virtuellen Raum verlagern. Manfred Neuwirth: Um persönliche Handschriften zu entwickeln, bedarf es auch spezieller Produktionsbedingungen, die nicht kommerziellen Richtlinien MEDIA BIZ

zurück zum Inhalt menschen gespräch unterliegen. Die Medienwerkstatt stellt dafür (Frei)Raum zur Verfügung. Beim Blick auf Ihre Website habe ich den Philosophen Günther Anders entdeckt, der die Geschichte „Die beweinte Zukunft“ liest. Die Aufnahme stammt von 1987. Manfred Neuwirth: Das ist ein gutes Beispiel, wir haben rund 400 Produktionen online, aber diese Lesung von Günther Anders hat sehr hohe Zugriffszahlen, was darauf verweist, dass diese Inhalte auch noch heute eine Relevanz haben. Auf Basis des interdisziplinären Ansatzes hat sich die Medienwerkstatt zunehmend experimentellen und dokumentarischen Arbeiten geöffnet. Außergewöhnlich war die dokumentarische Arbeit „ASUMA“ aus dem Jahre 1982 von Ihnen beiden gemeinsam mit Gustav Deutsch. Gerda Lampalzer: Im Rahmen eines Projektes in Luxemburg hat eine Gruppe von Künstlern und Künstlerinnen mit behinderten Menschen gearbeitet. Das haben wir dokumentiert. An diesem Film erkennt man sehr gut unsere damalige Auffassung von dokumentarischer Arbeit, die im Fluss sein und ohne Kommentare auskommen sollte. Es ging mehr ums Wahrnehmen und Erfassen. Manfred Neuwirth: „ASUMA“ und das Nachfolgeprojekt „WO- SSEA MTOTOM – Die Wiese ist grün im Garten von Wiltz“ haben es uns möglich gemacht, dokumentarische und experimentelle Formen weiterzuentwickeln. Und viele Produktionen in der 40-jährigen Geschichte der Medienwerkstatt zeichnet bis heute der offene, spartenübergreifende, formal vielfältige und inhaltlich überraschende Stil aus. Wie sichern Sie, dass jüngere Generationen nachwachsen? Manfred Neuwirth: Wir unterrichten ja beide an Universitäten, in Wien und Linz, und sind dadurch durchgehend in Kontakt mit jungen Menschen und ihren Projekten. Gerda Lampalzer: Wir haben ein Format „Carte Blanche“ entwickelt, bei dem junge Medienkünstlerinnen und Medienkünstler frei kuratieren und Veranstaltungen präsentieren können. Das hat sich als gute Entwicklungsplattform für nachkommende Generationen erwiesen. www.medienwerkstatt.at www.manfredneuwirth.at www.lampalzer-oppermann.at Küchengespräche mit Rebellinnen 1984, Regie: Karin Berger, Elisabeth Holzinger, Lotte Podgornik, Lisbeth N. Trallori, Kamera: Gerda Lampalzer Foto: Filmmuseum Wien / Medienwerkstatt Wien Foto: Filmmuseum Wien / Medienwerkstatt Wien Ungustl Atom, 1980, Volks stöhnende Knochenschau MEDIA BIZ

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