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MEDIA BIZ, the Austrian magazine focussing on the professional AV industry, covers all aspects of the audio-visual industry with tips and reports on applications and installations, interviews, the latest industry trends, technologies and products concerning film & video, broadcast, IT, professional audio, music, (live) events, digital media, gaming, videoconferencing, digital signage, presentations, etc. Focussing equally on both audio and video products and applications, MEDIA BIZ is aimed at engineers and technicians and other staff and management personnel in the field of broadcasting and digital communications, show and theatre production, post-production, video studios and recording studios, event organizers as well as at agencies, hire-companies, installation companies, resellers, freelancers and end-users working in the professional AV industry. MEDIA BIZ - Fachmagazin & Plattform für Medien- & Kulturschaffende im deutschsprachigen Raum – informiert seit mehr als 20 Jahren die AV-Branche mit Trend-, Anwender-, Best-Practice-, Test- & Messeberichten, Interviews, Expertentipps, sozialkritischen Beiträgen & Impulsen aus den Bereichen Film, Video, Audio, Broadcast, IT, Multimedia, Bühne, Musik, Gaming oder Digital Signage. Ergänzend zum fachspezifischen Teil schlägt MEDIA BIZ die Brücke von Profis zu Film- und Musikfans und allen an Kultur Interessierten mit spannenden Einblicken hinter die Kulissen und Berichten über Produktionen, Projekte und Produkte der Entertainmentbranche und deren Protagonisten. Das Autorenteam von MEDIA BIZ besteht aus erfahrenen Journalisten und Journalistinnen und Experten und Expertinnen aus den jeweiligen Bereichen, darunter etablierte Filmproduzenten und engagierte Indie-Filmer, Kameraleute, Cutter, Tonmeister, passionierte Filmpublizisten, DJs, Vortragende und Lehrende an Universitäten und anerkannten Bildungsinstitutionen, auf die Branche spezialisierte Steuer- und Wirtschaftsexperten oder Techniker. www.mediabiz.at, www.facebook.com/MEDIABIZ.at

funkmikrofonsysteme

funkmikrofonsysteme technik zurück zum Inhalt Sennheiser Digital 6000 Digitaler, zweikanaliger Funkmikrofonempfänger Sennheiser EM 6000. Darunter Mehrfach-Ladegerät L 6000. Fotos: Karl M. Slavik Bereits 1957 entwickelte Sennheiser, damals noch „Labor W“ genannt, eines der weltweit ersten Funkmikrofone. Genau 50 Jahre später bringt Sennheiser das zweikanalige Funkmikrofonsystem Digital 6000 auf den Markt. Über technische Fakten und praktische Erfahrungen berichtet Karl M. Slavik. Nichts macht technischen Fortschritt sichtbarer als der Vergleich: Sennheisers erstes Funkmikrofon arbeitete rein analog, im Frequenzbereich von 37 MHz, verwendete Röhren und wurde zunächst von Telefunken unter der Bezeichnung “Mikroport” vertrieben – ein Begriff, der Geschichte schreiben sollte. 50 Jahre später sendet das Funkmikrofonsystem Digital 6000 mit hochintegrierter Technik und digitaler Kodierung auf einer wählbaren Frequenz zwischen 470 bis 714 MHz, was einer gewaltigen Schaltbandbreite von 244 MHz entspricht. Doch am Ende jeder technischen Entwicklung steht der Nutzen für den Anwender, der sich aus Klangqualität, Verwendbarkeit und nicht zuletzt aus dem Preis- Leistungsverhältnis definiert. Mode (LR-Mode) mittels Se- DAC (Sennheiser Digital Audio Codec). Das System 6000 wiederum unterstützt nur den LR- Mode und verweigert sich der HD-Variante. Bereits diese beiden Faktoren, Bandbreite und Codec, lassen erkennen, dass 6000er- und 9000er-Serie lediglich „teilkompatibel“ sind, was in der Praxis zu unangenehmen Einschränkungen führen kann. Wer etwa denkt, ein vorhandenes Digital 9000 mittels Digital 6000 um zwei Kanäle erweitern und bunt gemischt verwenden zu können, irrt. Bei einem Preis von rund 10.000 Euro für ein halbwegs komplettes System Digital 6000 mit zwei Kanälen gerät L 6000 und verschiedenen Antennen (aktiv oder passiv). Digital 6000 nutzt den Long- Range-Mode der 9000er Serie und bietet gemeinsam mit Sennheisers True-Bit-Diversity-Technik und prädiktiven Algorithmen die Voraussetzung für höchst zuverlässige Verbindungen. Tatsächlich ist die Stabilität und Tonqualität des Systems über jeden Zweifel erhaben. Ein weiter Audio-Frequenzbereich von rund 30 – 20.000 Hz (-1,5 dB), eine hohe Dynamik von 111 dB (A-bewertet) und Verzerrungen von lediglich 0,03% (bei 1 kHz, allerdings ungenanntem Pegel) sorgen für beste Voraussetzungen. Ungleiche Brüder Sennheiser Digital 6000 ist der kleinere Bruder des bereits 2012 anlässlich der IBC vorgestellten Systems Digital 9000. Während die 9000er-Serie acht Kanäle pro Mehrkanalempfänger EM 9046 unterstützt, beschränkt sich der Empfänger EM 6000 auf zwei Kanäle. Obwohl Sennheiser gerne und oft auf die enge Verwandtschaft der beiden Serien hinweist, treten bei näherem Hinsehen mehrere deutliche Unterschiede und Inkompatibilitäten hervor. So ist der Empfangsbereich beim 9000er mit 470 - 798 MHz um satte 84 MHz breiter. Auch im Bereich der Audio-Kodierung gibt es Unterschiede. Digital 9000 bietet zwei Modi an, einen HD-Mode ohne Datenreduktion und einen datenreduzierten Long-Range- konnte dieser Punkt durchaus abschreckend wirken. Zur Beruhigung: Antennen, Akkus und anderes Zubehör sind zwischen den beiden Serien austauschbar. Digital 6000 im Detail Wie der Name vermuten lässt handelt es sich bei Sennheiser Digital 6000 um ein digitales Funkmikrofonsystem, die Übertragung erfolgt digital kodiert im UHF-Bereich. Die Serie besteht aus dem Empfänger EM 6000 (wahlweise mit oder ohne Dante- Modul), dem Handsender SKM 6000 (unterschiedliche Mikrofonköpfe verfügbar), dem Taschensender SK 6000 und diversen Zubehörteilen, wie dem Lade- Anschlussfreudig: Anschlussfeld des Empfängers Sennheiser EM 6000 Sehr positiv fallen die Anschlussfreudigkeit des Empfängers und das durchdachte Interface- Konzept auf. Auf der HF-Seite glänzen die beiden BNC-Antennenanschlüsse mit einem integrierten Antennensplitter. So können bis zu acht Empfänger der Type EM 6000 ohne externe Antennenverteiler mit den beiden Diversity-Antennen verbunden werden. Eine kurzschlussfeste 12-Volt-Phantomspeisung für aktive Antennen (Booster) wird über die BNC-Anschlüsse des Empfängers geliefert. Audioseitig stehen übertragersymmetrierte Analog-Ausgänge MEDIA BIZ

zurück zum Inhalt funkmikrofonsysteme technik auf XLR- und Klinkenanschlüssen zur Verfügung sowie ein digitaler Audioausgang (AES-3) auf XLR. Auch ein Kopfhörer- Anschluss für Monitoring-Zwecke ist direkt am Empfänger verfügbar. Wer Anschlüsse für Audio-over-IP benötigt, wird mit der Version EM 6000 Dante glücklich werden. Diese Version des Empfängers bietet ein Dante-Netzwerk-Interface, allerdings ohne Dante-Secondary-Buchse, was den Aufbau redundanter Ringe (etwa zwischen Bühne und FOH) verunmöglicht. Alle digitalen Audioausgänge bieten 24 Bit Wortbreite und lassen sich auf 48 oder 96 kHz takten. Nachdem digitale Funkmikrofone (noch) nicht fremdgetaktet werden, muss die Anpassung an einen Haustakt mit Abtastratenwandlern im Empfänger erfolgen. Ein Wordclock-Anschluss mit Durchschliff auf BNC-Buchsen ist dafür eingebaut. Die Latenz an allen analogen und digitalen Audioausgängen beträgt bei Sennheiser Digital 6000 exakt drei Millisekunden (wurde von uns nachgemessen). Für die externe Steuerung des Empfängers steht ein Ethernet-Anschluss nach IEEE 802.3- 2002 auf RJ-45 zur Verfügung. Er erlaubt die Überwachung und Konfiguration des Funkmikrofonsystems bequem von einem Rechner aus. Wie bei komfortablen Systemen heute üblich, werden z.B. Sende- und Empfangsfrequenzen zwischen Empfänger und Mikrofon auf Tastendruck automatisch synchronisiert. In der Praxis Sennheiser stellte uns ein komplettes System der Serie Digital 6000 zur Verfügung, das wir im Rahmen einer Produktion in Nürnberg ausführlich testen konnten. Positiv fiel auf, dass alle Komponenten des Systems, vom Handsender bis hin zum Empfänger, weitgehend selbsterklärend sind und von jedem Profi nach kürzester Zeit auch ohne Manual bedient werden können. Sennheiser Digital 6000 im Test. Exzellente Funktionalität und Qualität, leider hohe Latenz. Vor allem für Business-Events und Konferenzen ist die AES- Verschlüsselung mit 256 Bit gedacht. Der Advanced Encryption Standard (AES) ist ein symmetrisches Verschlüsselungsverfahren, dass hohe Sicherheit bietet, aber nicht die Gesamtlatenz des Systems vergrößert. Sehr praxisnah ist der enorme Gainbereich der Preamps in den Sendern, der auf bis zu 60 dB Verstärkung eingestellt werden kann – ideal für stimmschwache Moderatoren oder zur Anpassung an unterschiedliche Kapseln (Handsender SKM 6000) oder Audioquellen (Taschensender SK 6000). Einstellmöglichkeiten für Hochpass und andere Parameter vervollständigen den Audioweg. Die Tonqualität und Empfangssicherheit war in jeder unserer Testsituationen ausgezeichnet, was jedoch bei einem Zweikanal-System um rund 10.000 Euro als selbstverständlich gelten muss. Latenz – wie die Zeit vergeht Der Begriff „Latenz“ beschreibt die Zeit, die ein Signal vom Eingang eines Systems bis zu dessen Ausgang benötigt. In analogen Drahtlossystemen ist die Latenz immer null und damit kein Thema, in digitalen Funkmikrofonsystemen aber umso mehr. Wer sich auch nur ein wenig mit digitaler Signalverarbeitung beschäftigt weiß, wie schwierig es ist, Audio-Datenreduktion live und wirklich schnell durchzuführen. Tatsache ist auch, dass Latenzen je nach Situation mehr oder weniger stark stören. Wer sich als Sänger oder Moderator über Floor-Wedges (Bodenmonitore) hört, kann durchaus mit längeren Latenzen von bis zu 10 Millisekunden leben. Bei In-Ear-Monitoring (IEM) steigt jedoch die Empfindlichkeit für Latenzen massiv an, als Grenze für „ideales Monitoring“ gelten hier Werte von weniger als 2 Millisekunden „über alles“, also vom Mikrofon über das Mischpult zurück in die Ohrstöpsel – ein Wert, der mit digitalen Audionetzwerken, digitalen Pulten und digitalen Funkstrecken nicht im Ansatz erreicht werden kann. Die von Sennheiser mit dem System Digital 6000 erreichten drei Millisekunden sind vergleichsweise lang, da sich Latenzen über das Gesamtsystem akkumulieren. Bereits beim direkten Abhören über den Kopfhörerausgang des Empfängers EM 6000 treten durch die Verzögerung zwischen Direktschall und Monitor-Signal von drei Millisekunden deutliche Kammfiltereffekte im Kopf auf, der Monitorsound wird „dünn“ und „phasig“. Andere Hersteller, wie etwa Sony mit seinem ebenfalls nicht gerade billigen, digitalen Funkmikrofonsystem DWRR02D- Nder DWX-Serie (Empfänger Zwei Millisekunden Latenz zwischen Eigenschall und rückgehörtem Signal gelten bei In-Ear-Monitoring als Grenze. MEDIA BIZ

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