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festival schaffen

festival schaffen zurück zum Inhalt Herzlich Ende Oktober fand in Indianapolis das 26. Heartland Filmfestival statt, bei dem „Die beste aller Welten“ ihre US-Premiere feierte. Produzent Wolfgang Ritzberger schildert seine Eindrücke aus der neuen Welt. Filmmakers Brunch Fotos: Wolfgang Ritzberger Jeder kennt die Academy Awards (vulgo Oscar), die Emmys, die Golden Globes und eventuell noch Sundance oder Tribecca. Dann aber ist Schluss für die meisten. Offen gestanden habe ich auch die Vielfalt der Festivals in Österreich nicht immer vollständig auf dem Radar. Wir waren mehr als überrascht, dass wir vom Festival Der neue Heimatfilm, bei dem unser Film im Sommer als Eröffnung gezeigt wurde, mit dem Preis der Jugendjury heimgefahren sind. Mit einer Hochrechnung ist es also nicht schwer, sich vorzustellen, was sich da in den USA tut und genau das haben wir uns auch gedacht, als die Einladung nach Indianapolis hereingeflattert ist. Aha, dort gibt’s ein Filmfestival, wobei mir im Zusammenhang mit Indianapolis nur die 500 Meilen Rennen einfallen, eventuell noch die NFL Football- Teams. Die Festivalstrategie ist mittlerweile eine eigene Wissenschaft und in den Überlegungen, ist das jetzt für den Eintritt zum Beispiel in den US-Markt das richtige Festival, kann man sich ganz elegant in Fallstricken dieser Überlegungen hoffnungslos verstricken. Wiewohl die Überlegungen ja nicht ganz falsch sind, aber wer kann jetzt wirklich beantworten, was in diesem Zusammenhang „richtig“ ist. Bis auf einige wenige Ausnahmen: für einen österreichischen Film sind Diagonale, Crossing Europe und Viennale immer richtig, und ich vermag mit freiem Auge nicht zu erkennen, was an den Academy Awards falsch sein soll. Aber Heartland? Wie meist sind stille Wasser doch meist recht tief, und das Heartland Festival zählt zwar nicht unbedingt zu den ganz großen Festivals, aber eine Stufe drunter ist es mit knapp 300 Filmen in zehn Tagen eines der größten und, auch nicht unwichtig, es zahlt, auch im Vergleich zu den bekannteren Festivals, ganz ordentliche Preisgelder. Noch eins, man weiß nie, wer da im Publikum sitzt, das wissen alle Schauspieler und ein bisserl Glück gehört auch dazu. Also, auf nach Indianapolis. Der Weg dorthin ist durchaus etwas länger. Das günstigste Ticket war über Frankfurt, von dort nach Chicago und dann weiter nach Indianapolis. Die Leiden eines einfachen Reisenden wurden lediglich durch die Freundlichkeit der Amerikaner ausgeglichen. Man nahm ihnen das Bedauern über den nicht angekommenen Koffer fast ab, und im Gegensatz zu so manch europäischen Erlebnissen dieser Art war er am nächsten Tag im Hotel. Freundlichkeit ist überhaupt eine der hervorstechendsten Eigenschaften, die einem in der Mitte der Staaten begegnet. Indiana ist ein „red state“, also tief republikanisch und daher auch Trump County. Der Gedanke, dass hier vor 300 Jahren nichts und zwar rein gar nichts war, außer viel Gegend und ein paar Indianer, beeindruckte mich jedes Mal, wenn wir auf den mehrspurigen Highways durchs Stadtgebiet rauschten. Das Festival fand in Kinos der AMC-Kette statt, angebunden an Shopping Center, die eigentlich überall auf der Welt stehen könnten. Die meisten Events fanden auch in einem größeren Zelt statt, das auf dem Parkplatz vor dem Kino aufgestellt worden war. In den USA sieht man das ganz pragmatisch, und wenn einem die Autos nicht stören, dann war das auch ein ganz lauschiges Plätzchen, an dem wir einen goldenen Herbst mit 25 Grad genießen durften. Neben dem mehr als freundlichen Hospitality Service beeindruckte die große Zahl an Freiwilligen, die ehrenamtlich als Fahrer, Kartenabreißer, Set Runner usw. mithalfen, das Festival zu ermöglichen. Und sie waren ein schönes Sinnbild dafür, dass Heartland gegründet wurde, um dem Publikum Filme aus aller Welt nahezubringen und nicht nur Filme, sondern auch deren Regisseure, Produzenten und Schauspieler. Dementsprechend war die Freude über einen Film aus Österreich durchaus spürbar, wobei das Festival Filme aus der ganzen Welt im Programm hatte: von Australien über Israel, Alaska bis nach Großbritannien. Unser Film wurde großartig angenommen, nur die Jury entschied sich für andere Varianten – aber das ist nun einmal so mit einer Festivaljury. Dafür haben wir Filmschaffende aus aller Welt kennengelernt, Kontakte geknüpft und vor allem mal einen Fuß in die „neue Welt“ gesetzt. Vielleicht nicht an der für einen Markteintritt optimalsten Stelle, aber wer weiß – vielleicht stellen sich die geknüpften Kontakte für „Die beste aller Welten“ in der neuen Welt als ganz fruchtbringend dar. Keine Kontakte zu knüpfen war schier unmöglich, denn jeder, der auf dem Festivalpass sah, dass wir „Filmmaker“ waren, stellte sich sofort vor und erwartete das auch umgekehrt von uns. Es war ein ständiges „Grüß Gott“ und „Ich bin der von dem Film aus Österreich“, dem sich keiner entziehen konnte und dem wir uns auch nicht entziehen wollten, das ist sichtlich eine der Stärken der USA: das offene Aufeinanderzugehen, die Bereitschaft, jemandem zu begegnen und Orte dafür zu schaffen. Diese Offenheit vermag man andernorts durchaus zu vermissen. Filmmakers Brunch Eine besondere Spezialität war dann der Filmmakers Brunch, den zu importieren es sich durchaus lohnt. Gegen Dollars war er allen zugänglich, die Film- MEDIA BIZ

zurück zum Inhalt schaffen festival maker waren eingeladen und neben dem Brunch war das Q&A der Höhepunkt des Vormittags: Geschickt moderiert wurden die Filmstudenten, wie fast jedes Festival war auch in Heartland jede Menge Nachwuchs eingeladen, und Gäste, aber auch anwesende Verleiher, World Sales und Film-Industrievertreter wurden dazu ermuntert, Fragen zu stellen. Über so gut wie alles. Daraus entstand eine lebendige Diskussion, denn die anwesenden Filmschaffenden wurden ebenso geschickt aufgefordert zu antworten. Ein gelungener Vormittag, eine gute Idee und vor allem, ausgezeichnet moderiert und gestaltet. Alan Ladd jun. Bei der großen Schlussparty, im Zelt auf dem Parkplatz, wurde Alan Ladd jun. für sein Lebenswerk geehrt, den Preis nahmen seine Tochter und sein Bruder David entgegen. Wer jetzt nicht weiß, wer „Laddie“ ist, nicht genieren, die wenigsten wissen es ganz genau. Sein Vater, Alan Ladd, war ein berühmter Schauspieler, sein Sohn Alan Ladd Junior wurde einer der wichtigsten Produzenten der neuen Ära Hollywoods in den 70er Jahren. Seine Tochter gestaltete eine Dokumentation, die sein Lebenswerk erzählt. So produzierte er Filme wie die „Rocky Horror Pictures Show“ oder die ersten „Star Wars“-Filme. George Lucas bedankte sich in der Doku, denn „Laddie“, so sein Spitzname, hätte ihn, den Kinorebell, damals sicher durch die Produktion begleitet, er selbst wäre am damaligen Studio-System wahrscheinlich gescheitert. Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, aber der erste „Star Wars“-Film war ein Wagnis und der Plot schien vielen Studioverantwortlichen ein kompletter Blödsinn zu sein. Daher waren bei der Party auch Stormtroopers, die uns in die Nacht begleiteten. Nachsatz: Meine Frage an unseren Fahrer, der uns nach dem Festival zum Flughafen brachte, was er ab morgen mache, beantwortete er mit: „ Meinen Ruhestand genießen.“ Dann die logische Frage, was er beruflich gemacht habe? Die Antwort: „Ich war Anwalt und hatte hier eine nicht so kleine Anwaltskanzlei.“ Aber er sei froh, im Ruhestand zu sein und mache hier mit, weil er das Kino liebe. Wie heißt es in der Rocky Horror Picture Show: Don’t charge a book by its cover! Danke Heartland für die begeisterte Aufnahme unseres Filmes, wir kommen gerne wieder. www.heartlandfilm.org Stormtroopers auf der Heartland Schlussparty Photo+Adventure + Film+Video Branchentreff für Kreativschaffende, Tüftler, Verleih – & Vertrieb und Dienstleister der Bewegtbildszene, mit • eigens gebrandetem Ausstellungsbereich • Fachvorträgen, Seminaren, Workshops • Meeting Lounge Kontakt: video@photoadventure.at Photo+Adventure + Film+Video Messe+Event für Fotografie, Film+Video und Reisen und Outdoor 11. – 12. November 2017, Messe Wien www.photoadventure.at www.mediabiz.at/P+A.htm MEDIA BIZ

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